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Auf der Suche nach dem Kartoffelkönig

Mädchen und Jungen der Kita Zauberwald helfen bei der Ernte – Auszeichnung für die dickste Knolle

Lukas hat am schwersten zu schleppen: Allein seine Königskartoffel bringt über 500 Gramm auf die Waage. Außerdem hat der Fünfjährige noch viele weitere Knollen gesammelt, die er jetzt nach Hause wuchtet. Das Kartoffelnetz lastet sichtbar schwer auf den Schultern des Knirpses, doch der Stolz, der sich in seinem Gesicht spiegelt, wiegt das alles auf.

Seit nunmehr als 20 Jahren begeben sich die beiden Kindergartengruppen der Ströhener Kita Zauberwald  auf Wanderschaft. Ziel der Wanderung ist eines der Felder der Familie Brunßen, auf dem die Kinder selbst Kartoffeln ernten können. Bevor es allerdings mit der Arbeit los geht, wird gemeinsam gefrühstückt. Die Kinder lassen sich auf die aufgestellten Strohballen nieder und trinken Kakao, den Brigitte Brunßen für sie zubereitet hat. Sie und ihr Mann ermöglichen dem Kindergarten Jahr für Jahr dieses besondere Event. „Es geht uns um die Kinder“, sagt sie. „Was die für Arbeit in diesen Tag stecken ist unbeschreiblich“, findet Erzieherin Petra Bremert. Bremert und Martina Schmidt sind heute zwei der Betreuer, die während der Kartoffelernte ein Auge auf die mehr als 30 teilnehmenden Kindergartenkinder im Alter von drei bis sechs Jahren haben. Nachdem Bauer Brunßen das Feld gerodet hat, beginnen die Kinder mit der Ernte. „Es ist ein tolles Erlebnis in der schwarzen Erde zu wühlen“, sagt Bremert. Zunächst sammeln die Mädchen und Jungen Kartoffeln für die Familie Brunßen, danach befüllen sie ihre eigenen Kartoffelnetze, die sie mit nach Hause nehmen dürfen – „jeder so viel, wie er tragen kann“. Aber es gibt noch eine weitere Herausforderung: Jedes Jahr wird der Kartoffelkönig gesucht. Diese besondere Ehrung wird nicht etwa dem Finder zuteil, sondern der Knolle. Der Kartoffel, die das höchste Gewicht auf Brigitte Brunßens Waage bringt, wird eine Krone aufgesetzt. Außerdem  erhält sie einen ehrenvollen Platz auf dem Erntetisch, der im Kindergarten aufgestellt wurde.

Auf dem Rückweg ist den kleinen Erntehelfern die Erschöpfung vom Tragen und Arbeiten anzusehen, aber auch das gehört zum Projekt. So würden die Kinder verstehen „was da so an Arbeit drinnen steckt“, sagt Martina Schmidt. Das selbstständige Ernten und spätere Verarbeiten der Kartoffeln solle den Kindern zeigen, was man tatsächlich aus der Kartoffel machen könne. „Kartoffelpuffer“, fällt einem Mädchen da ganz spontan ein.

Text: Kristin Klezath

Osterholzer Kreisblatt - 17.09.2019

18. September 2019 11:26 Uhr. Alter: 60 Tage