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Quirlig wie am ersten Tag

Foto: Lars Schmitz-Eggen/DRK KV OHZ

Wer von einem 70-jährigen „Geburtstag“ hört, denkt in der Regel nicht an Kinder. Am Freitag, den 08.11.2019, allerdings feierte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Worpswede die Gründung seiner Kindestagesstätte, die sich in diesem Jahr zum 70-mal jährt.

Thorben Prenntzell, Präsident des DRK-Kreisverbandes Osterholz e.V., erinnerte während der Feier in seiner Rede an die langjährige Geschichte der Einrichtung, die 1949 in der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Worpsweder Schule ihren Anfang nahm. Auf Initiative des damaligen Bürgermeisters August Hüneke und der zweiten DRK-Ortsvereinsvorsitzenden Lena Schnurbusch wurde wenige Jahre nach Kriegsende der Kindergarten gegründet. „Das Schwedische Rote Kreuz stellte uns damals die Möbel und einige Spielsachen als Starthilfe zur Verfügung“, erzählte Prenntzell aus der Historie.

Im Laufe der Zeit wuchs die Nachfrage stetig. Immer mehr Eltern wollten ihre Kinder in die Obhut des DRK geben, sodass es rasch zu Platzproblemen kam. Umzüge und Erweiterungen folgten, ehe im September 1978 das heutige Domizil an der Straße Auf der Wurth bezogen werden konnte. Heute wird hier eine Krippe mit zehn Kindern im Alter von einem bis drei Jahren sowie zwei Kindergartengruppen angeboten. „Die Hortbetreuung musste in diesem Jahr leider nach 25 Jahren eingestellt werden“, bedauerte der DRK-Präsident. Zehn pädagogische und zwei hauswirtschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden derzeit das Team.

„Die DRK-Kindertagesstätte Am Wurth Wald ist seit Jahren eine feste Institution in unserer Gemeinde und genießt einen sehr guten Ruf“, sagte Friedrich-Karl Schröder, stellvertretender Bürgermeister Worpswedes. „Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich mehrere Jahre meinen Enkel hierhergebracht habe“, erzählte Schröder im Rahmen seines Grußworts im Namen der Gemeinde. Vor allem in den Anfangsjahren seien viele kleine Kinder unbetreut gewesen. Das DRK war damals schon dafür bekannt, einzuspringen, wo Not herrschte und Probleme gelöst werden mussten, so Schröder.

Maren Lilje, seit 1999 Leiterin der Kindertagesstätte, betonte, dass man im Laufe der Zeit nicht auf jeden „pädagogischen Zug aufgesprungen“, sondern seiner Linie treugeblieben sei. Dazu gehörte es vor allem, den Kindern Werte wie Respekt, Toleranz und Wertschätzung zu vermitteln. Kinder hätten ein Recht darauf, gehört zu werden. Maren Lilje, selbst Leiterin der Kindertagesstätte mit der längsten Dienstzeit, sei stolz darauf, in einer Kita mit einer solch langen Tradition arbeiten zu dürfen.

Nach dem offiziellen Teil hatten die vielen großen und kleinen Gäste ausgiebig Gelegenheit, die Kindertagesstätte zu erkunden. Bei den angebotenen Kinderaktivitäten orientierte man sich an der Zeit vor 70 Jahren. So konnten Puppen aus Wolle hergestellt und Fangbecher mit Schnur und Holzkugel gefaltet werden. Als Eltern-Kind-Aktion hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Kartoffel-Lauf organisiert. Wer wollte, konnte sich lustig verkleiden und dann Schwarz-Weiß-Fotos von sich anfertigen lassen. Die älteren Gäste nutzten die Gelegenheit, in ausliegenden Fotoalben und Zeitungsartikeln zu stöbern. Für das leibliche Wohl sorgte ein umfangreiches Kaffee- und Kuchenbüfett, für das die Eltern und Mitarbeiter selbst gebacken hatten.

13. November 2019 18:37 Uhr. Alter: 29 Tage