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Neue Wege für die Blutspende

Deutsches Rotes Kreuz und Krankenkasse kooperieren für Aktion in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck

Osterholz-Scharmbeck. Bei der Blutspende in der Stadt arbeiten die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zusammen. Für den Termin in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck am 14./ 15. Januar organisiert die AOK eine Verlosung unter den Blutspendern. Das soll nur eine Aktion sein, um mehr Menschen zu bewegen, regelmäßig zur Blutspende zu gehen, wie DRK-Gebietsreferent Andreas Mohrmann im Gespräch mit der Redaktion erläuterte.

Zukünftig könnten Freiwillige auch eine Blutspende am Arbeitsplatz abgeben, so eine Idee. Auch Blutspende-Events, bei denen Sandberge aufgeschüttet werden, um den Spendern Beach-Club-Atmosphäre zu bieten, seien denkbar.

Bundesweit betrachtet gilt Niedersachsen als Blutspende-Hochburg: Von den etwa 30 Prozent der Bevölkerung, die zur Blutspende gehen könnten, ließen sich immerhin sechs Prozent der Bürger landesweit dazu bewegen, weiß Mohrmann. Im Bundesland Bremen seien es im Vergleich dazu nur 1,8 Prozent, merkt der DRK-Gebietsreferent an. Von den sechs Prozent, die zur Blutspende gehen, seien zwölf Prozent Erstspender. „Aber viele davon kommen eben nicht regelmäßig.“ Das DRK möchte mit neuen Aktionen die Bereitschaft steigern, regelmäßig zur Blutspende zu gehen. Krankenkassen seien dafür gute Partner. „Wir brauchen Multiplikatoren.“ Vor allem junge Menschen seien willkommen. Deshalb pflege man unter anderem mit den Berufsbildenden Schulen (BBS) Osterholz-Scharmbeck eine Kooperation zur Blutspende. An den BBS gibt es einen Blutspende-Tag. „Rund 100 bis 120 Schüler und Lehrer beteiligen sich jedes Mal daran“, so Mohrmann. Auch mit der Logistikschule der Bundeswehr in Garls tedt arbeitet das DRK zusammen. „Dort finden allein fünf Veranstaltungen im Jahr statt.“ Jeder, der Blut spende, helfe damit drei Personen, betont er, da das gespendete Blut in drei Bestandteile aufgespalten werde. Im Bereich Bremen / Niedersachsen würden täglich etwa 2300 Blutspenden benötigt. Bundesweit sind es 15 000 – jeden Tag.

Die Hälfte dieser Präparate würde zur Behandlung von Krebspatienten genutzt. „Die Nutzung für Unfallopfer kommt erst an fünfter Stelle“, so der DRK-Experte. „Blutkonserven sind ausreichend vorhanden“, beruhigt Mohrmann. „Aber es wird immer aufwendiger, an diese notwendigen Präparate zu kommen.“

Zum einen liege es daran, dass Blutspender weniger werden. Spenden könnten Menschen eben nur bis zum 73. Lebensjahr, merkt er an. Auf der anderen Seite würden zu wenig Junge nachkommen. Besonders Vertreter der Altersgruppe zwischen 25 und 40 Jahren seien unterrepräsentiert.

Konkurrierende Freizeitangebote

Seiner Meinung nach ist das keine Überraschung. Bei vielen Menschen in diesem Alter gehe es um Themen wie Familie, Beruf, Karriere und Hausbau. Das DRK konkurriere, ebenso wie Vereine, mit anderen Freizeitangeboten. „Wer abends kaputt von der Arbeit kommt, hat oft doch keine Lust, anschließend zur Blutspende zu gehen“, steht für Mohrmann fest. Deshalb müssten – Schritt für Schritt – neue  Angebote geschaffen werden.

Die Attraktivität der Blutspende soll gesteigert werden. Beim Termin in Osterholz-Scharmbeck gibt es daher eine Verlosung. Teilnehmer, die am Montag und Dienstag, 14. und 15. Januar, jeweils von 14 bis 20 Uhr, in die Stadthalle Osterholz-Scharmbeck kommen, können vor Ort unter anderem Strandlaken, CDs und Sporttaschen gewinnen. Hauptpreise sind ein Wanderrucksack einer bekannten Outdoor-Marke und ein Gutschein für einen Wellness- und Sauna-Aufenthalt in Bremen, wie Maike Jaschok von der AOK Osterholz-Scharmbeck erläutert. Für die AOK-Pressesprecherin ist es ein erster Schritt für weitere gemeinsame Aktionen. „Wir könnten uns zukünftig auch eine weitere Zusammenarbeit vorstellen“, sagt sie.

11. Januar 2019 18:12 Uhr. Alter: 7 Tage